Ab und zu gelüstet es mich nach einem guten Krimi, der ohne Brutalität und tonnenweise Blut auskommt. Peter Grainger erzählt mit feinem britischen Humor und angenehmer Souveränität einen klassischen Kriminalroman mit einem Ermittler, von dem ich unbedingt mehr lesen möchte: DC Smith. Einer, in dem mehr steckt, als man zunächst meint. Ich fühlte mich ausgesprochen gut unterhalten und wärmte mich an der unaufgeregten Güte, die allem Erzählen hier zugrunde liegt.
Aus dem Englischen von Eva Regul
DC Smith ermittelt im beschaulichen Kings Lake in der britischen Grafschaft Norfolk. Er ist ein sorgfältiger Polizeibeamter mit einem Hang zur Pedanterie, der keine spektakulären Heldentaten vollbringt, sondern akribisch und voller Menschlichkeit seiner Arbeit nachgeht. Wo er aneckt, sind Vorgesetzte und Hierarchien, weshalb seine Rückkehr in den Dienst mit Vorsicht geschieht.
Und so beauftragt man ihn zunächst mit einem klaren Fall; Smith soll routinemäßig den Unfalltod des siebzehnjährigen Wayne Fletcher prüfen, der beim Baden mit Freunden im Fluss ertrank. Dass der Fall längst nicht so klar ist wie gedacht, verwickelt Smith schnell in eine Ermittlung, die große Kreise zieht. Fletcher starb tatsächlich an einem Unfall – doch ganz anders als gedacht.