Die isländische Linguistin Alba, die in Reykjavík an der Universität unterrichtet, nimmt weltweit an Konferenzen teil, um sich mit Experten für Kleinsprachen auszutauschen. Die spröde Ich-Erzählerin plant als Ausgleich für ihre Flugreisen 5600 Bäume zu pflanzen und kauft weit ab vom Schuss ein Haus, um einen Garten anzulegen. Alba und ihre Bäume erregen Neugier in der Provinz. Ein wunderbar schräger Roman, der genau den richtigen Ton trifft und in dem man ganz nebenbei so einiges über die isländische Sprache lernt.
Aus dem Isländischen von Tina Flecken
Alba ist Dozentin an der Universität von Reykjavík, als Expertin für aussterbende Sprachen fliegt sie von einer Konferenz zur nächsten. Wie viele Bäume muss ich pflanzen, fragt sie sich, um meinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren? Wenig später erwirbt sie außerhalb von Reykjavík ein altes Haus mit einem Stück Land. Ihr Leben in der Hauptstadt interessiert sie immer weniger, es ist Zeit, sich neu zu erfinden. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Es ist, als hätte man dort nur auf sie gewartet. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Flüchtlinge brauchen eine Sprachlehrerin. Eine mütterliche Beziehung entsteht zu dem 16-jährigen Waisen Danyel, mit dessen Hilfe sie an ihrem Garten Eden baut – ihrem Zufluchtsort in einer immer chaotischer werdenden Welt.
Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben.